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Quetiapin

Dosierung/Anwendung:
Unerwünschte Wirkungen (2):
  • Hypotonie wegen alpha1-blockierender Eigenschaft
  • Steven-Johnson-Syndrom
  • malignes Neuroleptikasyndrom
  • Obtipation
  • Leukopenie bis Agranulozytose
  • medikamentös-toxische Hepatitis
  • weniger starke Verlängerung der QTc-Zeit, deshalb seltener "torsades de pointe".
Eigenschaften/Wirkungen (2):
  • Ist ein atypisches Neuroleptikum, welches gleichzeitig antipsychotisch und sedativ wirkt. Durch die Blockade zentraler 5-HT2A-Rezeptoren, die zu einer erhöhten Dopaminfreisetzung und Stimulation von D1-Rezeptoren im präfrontalen Kortex führen, entsteht einerseits ein antipsychotischer Effekt, andererseits kommt es via Blockade von D2-Rezeptoren, die den hemmenden Effekt auf die Nervenzellen verhindern, zur Besserung von Angst und depressiven Symptomen. Über eine partiele agonistische Wirkung am 5-HT1A-Rezeptor wird sowohl die Kognition, als auch die affektive Leistung verbessert.
  • Norquetiapin, der aktive Metabolit, bindet an den sogenannten Noradrenalin-Transporter und blockiert die Wiederaufnahme von Noradrenalin, sodass über eine Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung und über die zusätzliche Blockade zentraler H1-Rezeptoren ein sedativer Effekt mit einem verbesserten Schlaf-/Wachrhythmus induziert wird.
  • Aufgrund der aktuellen Datenlage ist die Erfolgsrate von Quetiapin in Bezug auf die Besserung eines hyperaktiven Delirs weniger gut als die von Haloperidol. Die klinische Erfahrung auf der Intensivstation zeigt allerdings, dass niedrig dosiertes Quetiapin bei alten und sehr alten Patienten häufig ausgeszeichnet wirkt.
Referenzen:
  1. Psychiatrische Erkrankungen auf der Intensivstation - Teil I - Das Delir. Anästhesiol Internsivmed Notfallmed Schmerzther. 2006; 41(11): 720-726: full text | pdf.
  2. Delir und akute Erregungszustände auf der IDIS. Kantonsspital Olten. 19/10/2012.